Vom Gemeindeausflug nach Venetien

Rondo Veneziano“
Wer kennt es nicht, das „Rondo Veneziano“? 

1979 gegründet, wurde dieses italienische Orchester bald weltweit gefeiert. Was die Zuhörer so begeisterte, war der neue Musikstil des Ensembles, der

venezianische Barockmusik mit modernen Elementen wie Schlagzeug und E-Gitarre vereinigte. Das ursprünglich neunköpfige Ensemble spielte in Rokoko-Kostümen. Später waren es rund 30 Musiker, welche das Publikum bei ihren Auftritten mit der überschäumenden venezianischen Lebensfreude ansteckten. Ein „Rondo“ ist ja ein mittelalterliches Tanzlied, das zum Mittanzen einlädt.

30 begeisterte Mitreisende waren es auch,

die heuer vom 1. bis 3. April an unserem Gemeindeausflug teilnahmen und sich von dieser venezianischen Lebensfreude anstecken ließen. Die beiden Organisatorinnen Rita Pasch und Sabine Edenhoffer-Eisenmann hatten diese Reise der Chor- und Gemeindemitglieder und einiger Interessenten nicht nur perfekt vorbereitet, sondern durch gute Beziehungen zu Petrus auch für das frühlingshafte und sonnige Wetter gesorgt.

Schon im Bus nahmen die Teilnehmer Abschied von Bayern mit einem Breznfrühstück, zum Wachwerden gab‘s starken Kaffee. Bereits näher an Italien wechselten die Getränke zu südlichem Orangensaft mit italienischem Prosecco und dem obligatorischen Aperol, diese bewährte Mischung wurde als „Beneritas“ patentiert. Auch süße Dopings in Form von Gummibärchen, Mars, Keksen oder Russisch Brot machten immer wieder die Runde. Dazwischen wurden Andrés Fleischpflanzerl und Erikas leckere Nussecken verzehrt, sodass keiner hungrig bleiben musste. In bewährter Weise steuerte Robert den Steinbrecher-Bus auf den Autobahnen, durch die engen Städte und auch auf den kleinen Serpentinen in Italien.

In Verona zeigte uns unsere „Guidin“ Mariella die berühmten Häuser von Romeo und Julia mit dem legendären Balkon und der Julia-Statue. Wer der Statue an den Busen fasst, hat Glück in der Liebe, so geht das Gerücht, und schon fanden sich einige Testpersonen! Ein weiteres Highlight war der Fußmarsch entlang der jahrhundertealten Arena, berühmt durch grandiose Opernaufführungen, danach gab es in der wohlverdienten Pause einen Espresso doppio im Schatten der Arena auf der riesigen Piazza Bra.

Am Spätnachmittag erreichten wir unser 4* Parc-Hotel in Peschiera am Gardasee, wo noch einige vom vielseitigen Wellness-Angebot Gebrauch machten, bevor das Abendbuffet mit dem Welcome-Drink auf uns wartete. Am frühen Morgen waren wir schon wieder unterwegs mit dem Ziel Venedig. Musikalisch stimmte uns Angelika mit dem Chor „kreuz und quer“ im Bus ein mit den Songs „Morning has broken“ und „Top of the world“, und als wir das Meer erreichten, erklang passend „Heit is so ruhig der See“. Eine Führung besonderer Art erwartete uns in der Lagunenstadt, wo uns Stefano nicht mit den üblichen Jahreszahlen und geschichtlichen Vorkommnisse fütterte, sondern uns über Zisternen, Kamine, historische Hotels und den Hochzeitsort von George Clooney informierte. Er lobte unsere Gruppe der Wissbegierigen, denn oft leide er darunter, dass er kein Echo der Zuhörer bekäme. Zur Freude vieler Touristen und mit der Folge einer Einladung nach Wien gab unser Chor „kreuz und quer“ unter der bewährten Leitung von Angelika Schartel-Holzbauer auf einer offenen Piazza mitten in Venedig spontan ein kleines Konzert. An der Rialtobrücke mit den hübschen Märkten gab es dann Freizeit bis zum Abendessen in einem kleinen Lokal und der anschließenden Eiswaffel, bevor uns die Schiffstrambahn wieder zum Busparkplatz schipperte.

Am nächsten Tag gestaltete unser Chor den Sonntagsgottesdienst in einer Kapelle der Wallfahrtskirche „Santa Maria di Monte Berico“ des Servitenordens hoch über Vicenza. Vom Glockenspiel auf dem schlanken Campanile herab erklangen stündlich Osterlieder und bekannte Antiphonen wie das „Regina coeli“ oder „Christus vincit, Christus regnat“. Für seine Sonntagspredigt hatte Pfr. André Golob extra die Pfähle gezählt, auf denen die Rialtobrücke oder der Dogenpalast in Venedig erbaut sind und Halt finden. Diese Einzigartigkeit könne uns nachdenklich machen. Denn „die Pfähle von Venedig halten zwar nicht für die Ewigkeit, aber für ein Menschenleben schon.“

Anschließend bewunderten wir die eindrucksvollen Bauten des Architekten Palladio in Vicenza, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören.

Mit einem Strandspaziergang in Bardolino am Gardasee durften wir am Sonntagnachmittag das gelungene Wochenende ausklingen lassen.

Unser Ruhestandspfarrer Harald Klein hatte in bewährter Weise wieder ein Quiz vorbereitet – freilich mit höchsten IQ-Anforderungen, mit dem er unser Gedächtnis auf der Heimfahrt im Bus auf die Probe stellte. Mit welchen Attributen ist nun der geflügelte Löwe im Wappen von Venedig dargestellt? War es ein Schwert, ein Buch oder ein Leuchter? Die Teilnehmer der Reise werden sich die richtige Antwort jetzt wohl gemerkt haben. Und wer es vergessen haben sollte, der tanzt halt einfach mal wieder mit – beim nächsten „Rondo Veneziano“!

Michael mit Monika Pabel


Fotos: M+M Pabel, A. Golob