500 Jahre Reformation

Was ist Reformation?

Mit dieser Frage beschäftigt sich im Jahr 2017, in dem 500 Jahre Reformation gefeiert werden, die Christen. Eine besondere Rolle übernehmen dabei die Alt-Katholiken. Dr. André Golob, Pfarrer der Alt-Katholischen Gemeinde in Rosenheim, erläutert, warum.



Dr. André Golob ist Pfarrer der Alt-Katholischen Gemeinde Rosenheim, zu der 500 Mitglieder gehören.

Welchen Bezug hat die Alt-Katholische Kirche zu Martin Luther?

In gewisser Weise sind auch wir Alt-Katholiken eine reformatorische Kirche. Nur unsere Reformation begann viel später als die von Martin Luther - nämlich 1870 im Umfeld des ersten Vatikanums, als Papst Pius IX. sich und seine Nachfolger zu unfehlbaren Oberhäuptern der Kirche machte und sich zum alleinigen Gesetzgeber. Da haben wir gesagt: Da machen wir nicht mit, denn das widerspricht der Tradition der Kirche, dahinter steckt Machtkalkül. Kirche ist für uns etwas, das immer reformiert und stets hinterfragt werden muss. Diese Reformation muss solange stattfinden, solange der Status quo kein idealer ist, also solange es Leid auf der Welt gibt. Denn damit dürfen wir uns nicht zufriedengeben. Konservativ können wir erst sein, wenn wir den Himmel auf Erden erreicht haben.

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Hilflose Kirchen

Das gesellschaftliche Klima ändert sich – die Arbeit der Kirchen muss es auch
Von Gerhard Ruisch

Wir erleben derzeit eine eigenartig gegenläufige Bewegung. Da ist einerseits das ältere Phänomen, das Ulf-Martin Schmidt in seinem Beitrag (*) so anschaulich beschreibt: Es gibt einen tiefen Graben zwischen bewusst und stolz naturwissenschaftlich geprägten Menschen und denen, die spirituell und religiös offen sind.

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Diskussion

Papst Franziskus

Gar keine Frage: Der neue Papst macht erstmal einen sehr sympathischen Eindruck. Vor allem weiß er bescheiden und wohltuend aufzutreten. Es bleibt aber die Frage, was sich denn substantiell in der großen Schwesterkirche ändert. Und da äußert sich der Bonner römisch-katholische Kirchenrechtler Lüdecke sehr ernüchternd. Das nachfolgende Interview ist aus einer Sendung des Deutschlandfunks wörtlich zitiert.

Kirchenrechtler Norbert Lüdecke warnt vor falscher Einschätzung der jüngsten Papst-Äußerungen

Norbert Lüdecke im Gespräch mit Martin Zagatta

Martin Zagatta: Ein halbes Jahr ist Papst Franziskus jetzt im Amt, und im Gegensatz zu seinem Vorgänger Benedikt XVI. gilt der Argentinier als Reformer, gemeinhin jedenfalls. Diesem Ruf scheint er jetzt auch mit einem Interview gerecht zu werden, in dem der Papst Barmherzigkeit fordert für Homosexuelle und Geschiedene und auch mehr Wertschätzung für die Frauen in der katholischen Kirche. Ein revolutionärer Aufruf, ein sensationelles Interview, so das Urteil in italienischen und auch in deutschen Blättern. Aber ändern diese Aussagen denn irgendetwas in der Praxis an der Stellung von Homosexuellen oder auch von Frauen in der katholischen Kirche? Norbert Lüdecke ist Professor für Kirchenrecht an der Universität in Bonn und jetzt am Telefon. Guten Morgen, Herr Lüdecke!

Norbert Lüdecke: Guten Morgen, Herr Zagatta!

Zagatta: Herr Lüdecke, wenn wir das so hören - was ist denn so sensationell an diesem Interview?

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