Gottesdienst am Sonntag den 09.08.2020

„Den Gedanken für die Tat“ Ein weiteres Wort zur aktuellen Lage             

Liebe Schwestern, liebe Brüder, liebe Freundinnen und Freunde, liebe Mitmenschen,

gerade erfuhr ich, dass das Flugunternehmen „Emirates“ damit wirbt, dass es für alle, die sich in einem ihrer Flugzeuge mit dem Virus infizieren und dadurch zu Tode kommen sollten, sämtliche Bestattungskosten übernimmt. Ich stelle mir vor, wie so eine Bestattung aussehen mag. Wird dann der Sarg in die Fahne der Vereinigten Arabischen Emirate eingehüllt? Wird neben dem Namen der Verblichenen das gravierte Logo von Emirates in Gold auf dem marmornen Grabstein zu sehen sein? Gibt es im Anschluss an die Trauerfeier kühlen Tomatensaft? Und welche Massen werden sich durch dieses verlockende Angebot für einen Flug mit eben dieser Fluggesellschaft bewegen lassen? Aber Spaß beiseite: ein wenig makaber ist das Ganze schon.

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Gottesdienst am Sonntag den 02.08.2020

„Von der Renaissance der Herzenswärme“
Ein weiteres Wort zur aktuellen Lage             

Liebe Schwestern, liebe Brüder, liebe Freundinnen und Freunde, liebe Mitmenschen,

es macht unendlich traurig (und manchmal sogar wütend), dass die Coronaepidemie kein Ende nimmt - im Gegenteil, die Infektionszahlen nehmen auch in Deutschland wieder zu. Manche Wissenschaftler sprechen bereits jetzt von einer drohenden zweiten Welle. Wo liegen die Gründe? Zum einen sind es wohl die unanständigen Gegebenheiten in Großproduktionbetrieben, der unmenschliche Umgang mit Leiharbeitern und Leiharbeiterinnen aus Osteuropa, zum anderen die dissoziale Unachtsamkeit einiger Urlauber, die gebotene Schutzmaßnahmen einfach ignorieren. Es war in der Menschheitsgeschichte stets eine explosive Mischung: maßlose Gier und grenzenlose Dummheit. Oft sind sie Anzeichen einer verkümmerten Spiritualität. Mitgefühl für den Nächsten, die Verantwortung für die menschliche Solidargemeinschaft sind scheinbar nur noch etwas für Gutmenschen und belächelte Sozialromantiker. Da darf es nicht wundern, dass in den Länder, in denen soziale Tugenden dem politischen und wirtschaftlichen Handeln als lästig oder kontraproduktiv gelten, die Infektionszahlen in die Höhe schießen. Und meist sind es die Ärmsten der Armen, die dem Virus zum Opfer fallen.

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Gottesdienst am Sonntag den 26.07.2020

„Fletten se körf“
Noch ein Wort zur aktuellen Lage             

Liebe Schwestern, liebe Brüder, liebe Freundinnen und Freunde, liebe Mitmenschen, 

so vieles hat sich verändert in den letzten Monaten. Und noch wissen wir nicht, wo das alles hinführen wird. Klar ist aber, es gibt trotz aller Krisenstimmung auch hoffnungsvolle Neuanfänge. Und ich habe das Gefühl, dass sich auch im zwischenmenschlichen Bereich etwas getan hat. Sicherlich, manche jungen Leute scheren aus der Bahn des Vernünftigen aus und auch im Urlaub lässt der ein oder andere sich mitreißen und ignoriert alle Ratschläge zum Schutz vor dem Virus. Dennoch meine ich, eine gewisse, neue Ernsthaftigkeit zu erkennen. Man tauscht sich aus über die Erfahrungen in der Krise, die trotz aller Bedrohung nicht nur negativ waren. Zum Teil haben sie unseren Horizont erweitert und uns wieder schätzen gelehrt, was als Normalität kaum wahrgenommen wurde. Mitunter ist uns in den letzten Wochen klar geworden, was wirklich zählt und was wichtig ist. 

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Gottesdienst am Sonntag den 19.07.2020

„Die Leere der Zeit nutzen“
Zwanzigstes Wort zur aktuellen Lage

L
iebe Schwestern, liebe Brüder, liebe Freundinnen und Freunde, liebe Mitmenschen, 

nun sind es weltweit fast 13 Millionen Menschen, die sich mit dem Virus angesteckt habe. 570.000 Menschen fielen ihm bislang zum Opfer und starben. Die Welt kann von Glück sagen, dass das Risiko an einer Coronainfektion zu sterben bei geschätzten 0,1 bis 10 Prozent liegt. Bei der mittelalterlichen Pest waren es über 50 Prozent und die ersten Symptome kamen einem Todesurteil gleich. Mit Blick auf diese Tatsache ist man fast geneigt von einem Glück im Unglück zu sprechen.

Es gilt weiterhin Vorsicht walten zu lassen, Sensibilität an den Tag zu legen, im Umgang mit uns selbst und vor allem mit den Anderen.

Es ist beeindruckend, wie viele Milliarden Euro der Staat investiert und welche finanziellen Anstrengungen er unternimmt, mit Hilfsprogrammen jene zu unterstützen, die arg von der Seuche gebeutelt wurden, und dabei die Volkswirtschaft zu retten. Die Maßnahmen haben einen Umfang von über einer Billion Euro, das sind 1000 Milliarden - also eine Eins mit zwölf Nullen. Es ist unglaublich, welche unvorstellbaren Summen der Staat, die Europäische Union und die weltweite Nationengemeinschaft aufbringen, um den schädlichen Folgen der Pandemie entgegenzuwirken.

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