Ostergottesdienst 12.04.2020 um 10 Uhr

Ein österliches Wort zur aktuellen Krise

Liebe Schwestern, liebe Brüder, liebe Freundinnen und Freunde, liebe Mitmenschen,                       

"für Ostern sehe ich schwarz“, sagte letztens ein Kollege zu mir. Er meinte wohl damit, dass die übliche Art Ostern zu feiern ausfallen müsse, dem Coronavirus zum Opfer falle. Damit hat er wohl recht gehabt. Doch allmählich gewöhnen wir uns daran auch auf andere Weise Gottesdienste zu begehen, neue Wege zu beschreiten, trotz räumlicher Distanz Nähe zu spüren. Wir sind bemüht, dass Ostern eben nicht schwarz sondern allem Unken zum Trotz bunt ausfällt.

„Wer die Osterbotschaft hört, der kann nicht mit tragischem Gesicht herumlaufen und die humorlose Existenz eines Menschen führen, der keine Hoffnung hat“, sagte einmal Phil Bosmans. Und damit hat er Recht. Zu Ostern lachen wir dem zahnlosen Tod ins Gesicht. Im Mittelalter pflegte man den Brauch des risus paschalis, des Osterlachens. Der Priester erzählte im Gottesdienst lustige Zoten, hüpfte hin und her wie ein Huhn, gackerte und tat als würde er ein Ei legen und alles wieherte vor Lachen. Es war die Freude am Sieg über den Tod und den Triumph der Hoffnung und des Guten.

Jetzt mögen einige sagen: Aber in Anbetracht der momentanen Gefahr, der vielen Kranken und Toten, kann man da noch Scherze machen, kann man da überhaupt noch ein frohes Osterfest feiern. Ich glaube schon. Niemanden ist damit geholfen, wenn wir Trübsal blasen und alle Hoffnung fallen lassen. Im Gegenteil: Die Osterbotschaft gibt uns den Beleg, dass alles gut wird – sogar für die, die uns verlassen mussten. Der Tod hat seine Macht verloren, denn er ist nur ein Tor ins Licht.

Erfreuen wir uns an der Osterbotschaft und feiern wir – jeder für sich und doch gemeinsam – die Auferstehung. Lassen Sie sich was einfallen, machen sie aus der Situation das Beste, haben sie Spaß, seien Sie kreativ und bleiben Sie vor allem optimistisch.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein glückliches, buntes Osterfest

und den Segen des Auferstandenen … und bleiben Sie gesund

Ihr

Pfarrer Dr. André Golob



Bleiben Sie bunt!


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Am Schluss ein kleiner Osterwitz, passend zur Situation:

Gegen das Coronavirus isst man am besten vier Knoblauchzehen täglich. Hilft nicht direkt, aber es sorgt für den Mindestabstand.


Hier gehts zum Ostergottesdienst am 12.04.20 um 10 Uhr zum Mitlesen, den Pfarrer Dr. André Golob vorbereitet hat