Gottesdienst am Sonntag den 03.05.2020

Die Krise als Herausforderung

Das nächste Wort zur aktuellen Lage 

Liebe Schwestern, liebe Brüder, liebe Freundinnen und Freunde, liebe Mitmenschen, 

ich sende Ihnen herzliche Grüße aus dem alt-katholischen Pfarrbüro. Zugleich möchte ich Ihnen danken für die vielen positiven Reaktionen auf die sonntäglichen Netzwerkgottesdienste. Nicht nur die Zugriffszahlen sondern vor allem auch die vielen netten Anrufe sind motivierend und zeigen mir, dass das Angebot genutzt wird. Ich freue mich, dass so viele von Ihnen tatsächlich am Sonntagmorgen ihr Licht ins Fenster stellen und sich zu einer virtuellen Gemeinde zusammenfinden. Wenn Sie die Netzwerkgottesdienste also sonntags beginnen, sind Sie nicht allein, auch wenn Einige die Texte bereits inmitten der Woche zu Meditation und Gebet nutzen.

Es gibt übrigens sogar Vorteile zu analogen Gottesdiensten: Eine Gottesdienst-Teilnehmerin sagte mir in einem Telefonat: „Es ist schön, mal so richtig laut zu singen, ohne dass einem der schiefe Gesang peinlich sein muss!“ :-)

Schön war es zu hören, dass Sie auch untereinander Kontakt haben, übers Telefon, über Apps und die sozialen Medien. Es ist in unseren Tagen wichtig zu spüren, dass man nicht allein ist und niemand allein gelassen wird.

Ich hoffe, Ihnen geht es gut und Sie sind weiterhin gesund. Stadt und Landkreis Rosenheim gelten weiterhin als Hotspots, in denen die Infektionszahlen das durchschnittliche Maß im Land übersteigen. Umso mehr müssen wir uns bemühen gelassen zu bleiben und kreativ in der Bewältigung der momentanen Krise.  

Eigentlich sind Krisen stets Herausforderungen in unserem Leben, Hindernisse quasi, die es gilt aus dem Weg zu räumen. Wir gehen gestärkt daraus hervor, wenn es uns gelingt solche Hürden zu überwinden. Krisen können also eine Chance in unserem Leben darstellen. Sie können in der Tat etwas Positives sein, obwohl sich unser Verstand dagegen wehren möchte, da er Krise immer mit etwas Negativen verbindet.  

Auch wenn Krisen unangenehm sind und mitunter sogar aussichtslos erscheinen, auf lange Sicht bergen sie immer etwas Gutes für uns. Die meisten Menschen, die tiefe Krisen – z.B. schwere Krankheiten – überstanden haben, können bestätigen, dass das stimmt.  

Krisen können zu neuen Denkanstöße in unserem Leben führen und als Ausgangssituationen für Veränderungen und Verbesserungen unser Leben bereichern. Denn Krisenbewältigung heißt letztendlich, zu einer positiven Grundeinstellung zurückfinden, Zuversicht und Optimismus zu entwickeln und so neue Energien freizusetzen.  

Dabei ist es zunächst wichtig, nicht in Panik zu verfallen – wie leider so viele – sondern zunächst ruhig zu werden, innezuhalten und nachzudenken. Vielleicht erinnern wir uns daran, wie wir in der Vergangenheit mit anderen Krisen umgegangen sind, was uns damals geholfen hat.  

In der Regel ist auch das Gespräch mit Anderen hilfreich. Man kann gemeinsame Strategien entwickeln, Rezepte im Umgang mit den Problemen austauschen, sich gegenseitig unterstützen und motivieren. Es tut ohnehin der Seele gut, sich mal auszusprechen. Fragen wir, was wir aus dieser Krise lernen können – und das ist tatsächlich möglich, davon bin ich fest überzeugt. Betrachten wir die aktuelle Situation als eine Herausforderung, die uns stärken kann, an der wir wachsen können.

Das nimmt zum einen dem Ganzen die Bedrohlichkeit, zum anderen lernen wir dadurch unser alltägliches Leben wieder zu schätzen, den eigenen Glauben zu stärken und auch unsere Gesundheit.

Und noch einmal: „Gibt Dir das Leben Zitronen, mach Limonade draus!“ 

Bleiben Sie gesund und motiviert. Gott segne Sie!

Ihr Pfarrer Dr. André Golob



Hier geht´s zum Gottesdienst zum Mitlesen am Sonntag den 03.05.20 um 10.00 Uhr, den Pfarrer Dr. André Golob vorbereitet hat