Gottesdienst am Sonntag den 14.06.20

„Im Zeichen des Ginkgo“ 
Ein fünfzehntes Wort zur Lage, das erste zum Neustart der Präsenzgottesdienste

Liebe Schwestern, liebe Brüder, liebe Freundinnen und Freunde, liebe Mitmenschen, 

wieder einmal sende ich Ihnen herzliche Grüße aus dem alt-katholischen Pfarrbüro in Rosenheim. 

Der vorliegende Gottesdienst ist der erste, der als Präsenz- sowie als Netzwerk-gottesdienst gefeiert wird. Für viele wird es ein lang ersehntes, schönes  Erlebnis werden, nach Wochen der Abstinenz wieder die eigene Kirche zu betreten, geliebte Menschen wiederzusehen, gemeinsam zu beten und - wenn es das Wetter erlaubt - auch zu singen. Wir wollen dabei aber vor allem die in unsere Gemeinschaft miteinbeziehen, denen ein Kirchenbesuch zurzeit noch ein zu großes Risiko darstellt - und das sind nicht wenige. Sie sollen nicht außen vor bleiben, sondern in Gedanken bei uns sein und unsere Freude und Verbundenheit spüren dürfen. Für alle - die Kirchenbesucher und die Daheimgebliebenen - ist dieser Gottesdienst mit Einschränkungen verbunden. Nähe ist in Zeiten der Coronakrise stets eine relative Größe. Gemeinsames Händeschütteln, in den Arm nehmen, nah beieinander Sitzen, ist noch nicht möglich und die synodalen Entscheidungen unserer Kirche untersagen es zudem. Doch diese Beschränkungen nehmen wir gerne auf uns, denn wir tun es aus Respekt und zum Schutz für die Anderen. Durch den Neustart der Gottesdienste ab dem heutigen Tag kommen wir uns zumindest schon ein Stück weit näher – ein Vorgeschmack auf die „Zeit danach“. 

Wir werden in diesem Gottesdienst unsere große Osterkerze, die Carolin Spindler entworfen hat, feierlich entzünden. Sie ziert in diesem Jahr der Baum des Jahrtausends – der Ginkobaum. Sein zweigeteiltes Blatt steht für die Freundschaft und Liebe zwischen Menschen und soll unserer Gemeinde ein Zeichen sein für die Verbundenheit auch über räumliche Distanz und Trennung hinaus. Rita Pasch hat auf ganz bezaubernde und beeindruckende Weise dieses zentrale Symbol unserer Osterkerze noch einmal in einer Installation in unserer Kirche zum Ausdruck gebracht. Mehr über die Symbolik des Gingko erfahren Sie im Gottesdienst selbst. 

Auf Eucharistie werden wir zunächst verzichten müssen. Zu groß ist dabei noch das Risiko einer möglichen Ansteckung und die Praxis anderer Gemeinden, das eucharistische Brot mit einer Pinzette zu verabreichen, erscheint mir doch etwas unpassend. Es ist auch nicht dringend erforderlich, denn Jesus Christus ist auch im Wort der Heiligen Schrift real präsent und mitten unter uns. 

Verzichten müssen wir in nächster Zukunft leider auch auf die Begleitung durch Orgelmusik. Unserer Organistin ist aus gesundheitlichen Gründen das Tragen einer Atemschutzmaske nicht möglich. Leider lassen die Maßgaben unserer Bistumsleitung keine Ausnahmen zu und als synodale Christen müssen wir sie so akzeptieren, auch wenn sie uns womöglich nicht gefallen – für unsere Geistlichen gehören sie zum kirchlichen Dienstrecht. Natürlich sind wir auf der Suche nach einem adäquaten Ersatz für das Orgelspiel. In der Zwischenzeit werden wir aber auf den CD-Player zurückgreifen. Vielleicht findet sich aber auch ein Gemeindemitglied, das unseren Gottesdienst auf der Gitarre, der Geige oder anderen Instrumenten begleiten möchte (Blasinstrumente sind nicht gestattet). Wir würden uns freuen. Bei sonnigem Wetter werden die Gottesdienste ohnehin im Freien stattfinden. 

Nur noch ein paar Tage und es geht wieder los. Ich freue mich auf Sie - ob sie nun zur Kirche kommen, oder daheim Gottesdienst feiern!

Liebe Grüße und Gottes Segen

Ihr Pfarrer Dr. André Golob





Hier gehts zum Gottesdienst zum Mitlesen am Sonntag den 14.06.2020 den Pfarrer Dr. André Golob für Sie vorbereitet hat.