Gottesdienst am Sonntag den 12.07.2020

Namasté“
Vorwort zum neunzehnten Gottesdienst             

Liebe Schwestern, liebe Brüder, liebe Freundinnen und Freunde, liebe Mitmenschen, 

auch wenn viele Geschäftsleute gerade in der momentanen Urlaubszeit das Ende der Coronakrise nahezu heraufbeschwören, so ist das doch eher Wunschdenken denn Fakt. Zwar lassen die rückläufigen Infektionszahlen in unserem Land hoffen, aber andernorts scheint sich eine zweite Welle anzudeuten, wie in der Urlaubsregion Katalonien, die wieder einmal abgeriegelt werden musste. Allmählich wird immer offensichtlicher, dass die Menschheit vor einem Problem steht, das so leicht nicht zu bewältigen ist. Und auch ich stelle bei mir fest, dass ich mich an jeden Strohhalm klammere, in Sorge um die wirtschaftliche Existenz und das Wohl der Benachteiligten auf unserem Globus und in Anbetracht des Konfliktpotentials, das das Virus für unsere Gesellschaft darstellen kann. Letztens berichteten die Medien, das Immunsystem von Lamas (nicht die aus Tibet!) könne möglicher Weise der Schlüssel für ein Corona-Medikament sein. Wer hätte das gedacht, dass die putzigen, spuckenden Fellträger aus Lateinamerika zu einem Hoffnungsmoment werden könnten. Doch bis die notwendigen Tests abgeschlossen sind, ist es auch schon Mitte 2021. Wir können es drehen und wenden, das Ganze ist eine Frage der Zeit. Und wir müssen uns Gedanken machen, wie wir damit umgehen und wie wir es schaffen, dabei gelassen zu bleiben.

Auch wenn sich viele gegen den Gedanken wehren, aber unser Leben wird sich verändern und wir müssen lernen mit dem Virus zu leben. Es gibt viele Kulturen, die sind im körperlichen Umgang miteinander etwas distanzierter und zurückhaltender als wir. Da gab es schon vor Corona kein Händeschütteln, keine Bussis links und rechts und auch keine Umarmung. Dennoch sind die Menschen dort nicht weniger herzlich und zuvorkommend. Und wenn ein Inder die Hände vor seiner Brust faltet, den Kopf leicht senkt und Sie mit einem Namasté  grüßt, so heißt das: „Ich verbeuge mich vor Dir“. Allein die Geste „Namasté“ steht für die Überzeugung, dass sich in jedem Menschen ein göttlicher Funke befindet - und zwar im Herz-Chakra, vor der Brust. Wenn die Inder diesen Gruß ausüben, bringen sie damit zum Ausdruck, dass ihre eigene Seele die ihres Gegenübers würdigt. Ich finde das viel schöner als unser „Hallo“, „Guten Tag“, „Moin Moin“ oder „Grüßgott“ und es vermeidet zudem eine Übertragung von Krankheitskeimen. 

Seien wir bereit uns zu öffnen für Veränderungen, machen wir aus der jetzigen Situation das Beste und stehen wir unseren Mitmenschen bei, die Gefahr laufen Orientierung und Kontrolle zu verlieren. Üben wir uns in der Kunst der Gelassenheit. Und weisen wir jene in die Schranken, die versuchen aus all dem Profit zu schlagen.

Ich freue mich auf unseren gemeinsamen Gottesdienst, im Pfarrgarten, der Kirche oder zuhause bei Ihnen. 

Bleiben Sie gesund und guter Dinge! Mit Gottes Segen, 
Ihr Pfarrer Dr. André Golob




Hier gehts zum Gottesdienst zum Mitlesen am Sonntag den 12.07.2020 um 10 Uhr zum Mitlesen, den Pfarrer Dr. André Golob vorbereitet hat