Neuer Wein gehört in neue Schläuche!

Harald Klein, Pfarrer im Ruhestand der Alt-Katholischen Pfarrgemeinde Rosenheim, am 29. Mai 2016 im Bayerischen Rundfunk II „Positionen“:

Ich glaube, zu einem aufrechten Leben gehört Veränderung, gehört auch Neuentscheidung. Und auch, dass ich lerne, mich von etwas zu trennen, was mir verhängnisvoll oder traumatisch erscheint, gehört dazu. Ich bin unterwegs, wir sind unterwegs.

Auf der gesamten Linie des Lebens geht es um Neues. Zwar wollte Jesus nicht alles Alte einfach abschaffen, aber er lud dazu ein, genau zu differenzieren. Wenn schon neu, dann auch ganz. Wenn schon Neuanfang, dann aber auch ohne Flicken und Kompromisse. Das Gottesreich, die neue Zeit des Friedens und der Nächstenliebe, lässt sich nicht mit Skrupeln und Überresten des Gestrigen vereinbaren. Wo ich mich auf Neues einlasse, muss das Alte, das entgegen gesetzt Stehende, auch abgemeldet sein. Jesus wusste, dass Menschen so gern dem Alten nachtrauern, sogar wenn es schlecht war. Und wenn schon nicht das Ganze, so möchten sie doch zumindest die alten Schläuche, die alten Untergründe bewahren, mit hinübernehmen in die neue Zeit. Aber das lehnt er klar ab. Neuer Wein kommt in neue Schläuche. Und neue Kleider sollen nicht dazu dienen, die alten Stoffe ewig weiterzutragen, weiter salonfähig zu halten.

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